AsF Baden-Württemberg

 

Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen 2016

Veröffentlicht in Landespolitik

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November hatte SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier zu einem Pressegespräch eingeladen. Mit dabei waren Sabine Brommer vom verbandsübergreifenden Arbeitskreis Frauenhausfinanzierung sowie Vertreterinnen verschiedener Frauenhäuser. Für das Frauenhaus Mannheim nahm Claudia Schöning-Kalender, stellv. ASF-Bundesvorsitzende und Mitglied im ASF-Landesvorstand, teil.

Häusliche Gewalt ist für viele Frauen traurige Realität und kommt in allen sozialen Schichten vor. Zuflucht finden viele dieser Frauen in Frauenhäusern. Nicht in allen Landkreisen gibt es ein Frauenhaus, die existierenden sind oftmals an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Zudem ist ihre Finanzierung schwierig. "Voraussetzung für die Kostenübernahme durch Stadt- und Landkreise sowie Jobcenter ist der Hartz IV-Bezug", betonte Leni Breymaier. Das benachteilige insbesondere Rentnerinnen, Studentinnen und Berufstätige. Letztere müssten ihre Kosten selbst tragen, sofern ihr Verdienst dafür ausreiche. Sie forderte daher vom Land eine bessere finanzielle Absicherung der Frauenhäuser.

Derzeit sei die Finanzierung in Baden-Württemberg die geringste in Deutschland und müsse daher dringend aufgestockt werden, beklagte Sabine Brommer. Leni Breymaier ergänzte, dass beim derzeitigen Finanzierungsmodus Leerstände nötig seien, um überhaupt Frauen aufnehmen zu können. Dies führe zu einer weiteren Verknappung.

Im Land sind derzeit 695 Plätze verfügbar. Das reiche bei weitem nicht aus, so die Vertreterinnen der Frauenhäuser. Im Großraum Stuttgart z.B. müssten täglich Frauen abgewiesen werden. Das könne für misshandelte Frauen lebensgefährlich sein.