„Berufe mit Zukunft - Was ist meine Arbeit wert?“

Veröffentlicht am 18.03.2016 in Pressemitteilungen

Gemeinsame Erklärung von ASF und AfA zum Equal Pay Day am 19. März

„Die Lohnlücke in Deutschland und speziell in Baden-Württemberg ist immer noch viel zu hoch. Damit sind wir weiterhin unter den Schlusslichtern in Europa bzw. an letzter Stelle in Deutschland“, betonen die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) Baden-Württemberg, Andrea Schiele und Udo Lutz. Darauf mache der Equal Pay Day (EPD) aufmerksam, der dieses Jahr am 19. März begangen wird.

„Im Verlauf des Berufslebens klafft diese Lücke, der Gender Pay Gap, immer weiter auseinander. Frauen arbeiten überproportional in Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt. Ein daraus resultierender geringerer Stundenlohn ist weder nachvollziehbar noch entspricht er dem Gedanken „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Wenn nun noch Erwerbspausen wegen Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen hinzukommen, resultieren daraus niedrigere Renten für Frauen und ein hohes Risiko von Altersarmut betroffen zu sein“, konstatiert Andrea Schiele.

Dass es ein langer Weg sein wird, die Lohnlücke zu schließen, ist den beiden Landesvorsitzenden klar. Aber das Problembewusstsein sei geschaffen, jetzt gelte es die Ursachen anzugehen. „Das kann nur gemeinschaftlich gelingen: Frauen und Männer, Unternehmen, Politik und Sozialpartner müssen aktiv an der Gestaltung mitwirken“, so Udo Lutz. Vieles sei bereits für eine gleichberechtigte Zukunft getan worden. Das Entgeltgleichheitsgesetz von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sei ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

Der diesjährige EPD steht unter dem Motto „Was ist meine Arbeit wert?“ und macht „Berufe mit Zukunft“ zum Schwerpunktthema. „Soziale und frauentypische Berufe müssen aufgewertet werden“, fordert Andrea Schiele. Digitalisierung und Globalisierung mache auch vor diesen Berufen nicht Halt, veränderten den Arbeitsmarkt und wirkten sich auf Berufswahl, Alterssicherung und Qualität der Dienstleistung aus. Dies sei eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft.

Für Udo Lutz sind Lohngerechtigkeit und Gleichstellung nicht nur Grundrechte, sondern auch Wirtschaftsfaktor. „Unternehmen werden durch Frauen im Arbeitsmarkt und Lohngerechtigkeit gestärkt“, argumentiert er und fordert Wirtschaft und Unternehmen auf, sich aktiv auf dem Weg zur Entgeltgleichheit zu beteiligen.

ASF und AfA werden sich weiter für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in allen Branchen einsetzen. „Mütter in Führungspositionen, Väter in Teilzeit, Frauen in MINT-Berufen, Männer in Kitas und „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ dürfen keine Utopie bleiben, sondern müssen Realität werden“, fordern Andrea Schiele und Udo Lutz unisono.