ASF und AfA fordern mehr Transparenz bei Entgeltordnungen und Vergütungsstrukturen

Veröffentlicht am 19.03.2015 in Pressemitteilungen

Anlässlich des Equal Pay Day (EPD) am 20. März erklären Anette Sorg, Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) Baden-Württemberg, und Udo Lutz, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA):

„Frauen verdienen immer noch weniger als Männer. Seit Jahren beträgt die Entgeltlücke rund 22 Prozent, in Baden-Württemberg sogar 28 Prozent. Damit sind wir eines der Schlusslichter in Europa. Das können und wollen wir nicht länger akzeptieren!

Um die Entgeltlücke wirksam zu schließen, bedarf es zum einen mehr Transparenz im Zusammenhang mit Entgeltordnungen und Vergütungsstrukturen in Unternehmen.

ASF und AfA fordern daher ein Entgeltgleichheitsgesetz, mit dem Unternehmen verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis geschlechtergerecht zu gestalten, das Transparenz verbindlich regelt und gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit enthält. Darüber hinaus fordern wir ein Rückkehrrecht von Teilzeit- auf Vollzeitbeschäftigung. Und nicht zuletzt müssen alle Beschäftigungsverhältnisse sozial abgesichert werden (Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro), damit alle Arbeitnehmer/innen Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und eine Rente haben. Das sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu mehr Entgeltgerechtigkeit zwischen Frauen und Männern.

Zur Entgeltungleichheit tragen aber auch Unterschiede bei der Berufswahl, familienbedingte Auszeiten, häufigere Teilzeitarbeit und ein geringerer Anteil von Frauen in Führungspositionen bei. Wir unterstützen daher die Aufwertungskampagne von ver.di zu den Sozial- und Erziehungsberufen. Es ist höchste Zeit, dass die Wertschätzung für diese gesellschaftlich elementaren Tätigkeiten nicht nur in Sonntagsreden stattfindet, sondern sich endlich auch in der Entlohnung niederschlägt. Daneben ist ein gesellschaftlicher Diskurs über die gerechte Verteilung der sogenannten „Care-Arbeit“ unter den Geschlechtern drindend erforderlich."

 

Hintergrundinformation:

Der Equal Pay Day (EPD) markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das (Vorjahres-)Gehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Dieses Jahr sind es 79 Tage.